Geschichte - Brakel-Beller

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Geschichte

Die Geschichte eines Dorfes
Das Dorf Beller ist eine alte sächsische Siedlung, dessen ursprünglicher Name Balgeri, Balleri, Baldere, Belder, Beldere und Baldern lautete. Wie der Name sagt, war Beller von unseren heidnischen Vorfahren dem Lichtgotte Balder geweiht, der im Nethegau (auch Bellersen hat den gleichen Namensursprung) besonders verehrt wurde.


Die erste Besiedlung hat wohl, wegen der frühzeitlichen geologischen Gegebenheiten, nicht in der Aue der Nethe stattgegefunden, die man überall im Bereich von Flusstälern antraf. Infolge des hohen Grundwasserspiegels war der Boden feucht bis morastig und bot somit keine guten Voraussetzungen für eine Ansiedlung. Denkbar wäre für einen ersten Siedlungsstandort die Bellersche Gemarkung „Hausstelle". Um die Jahre 600 – 800 ist der Grundwasserspiegel wohl merkliche abgesunken, was zur Folge hatte, dass auch die Flusstäler trockener wurden und die sesshaften Ackerbauern ihre Felder an die Hänge verlegten und die Behausungen in die Täler. Schon seit dem Mittelalter gehörte Beller zur Pfarrei Erkeln. Doch hat es schon früh eine Kapelle gehabt. 1741 wurde eine kleine Kapelle im Barockstil errichtet, die dem hl Joseph geweiht wurde.


Im 9. oder 10. Jahrhundert gehörten Beller schon zu den Besitzungen des Stiftes Corvey. Im 14. Jahrhundert hatten die Herren Haversvorde 5 Hufen Landes zu Baldern als Corveyer Lehen in Besitz. 1426 hatte diese Rittersfamilie noch größeren Besitz in Beller. Auch die Edelherren von Homburg waren im 14. Jahrhundert in Beller begütert, da der Edelherr Ludwig von Homburg i.J. 1335 Güter in Baldern der Paderborner Kirche verkaufte. Ferner hatten die Edelherren von Schöneberg Besitz in Beller, Conrad von Schöneberg schenkte nämlich eine Hufe Landes in Beller zur Dotation eines Altares in der Pfarrkirche zu Brakel. Die Herren von Asseburg bekamen schon früh in Beller die Lehnsherrschaft und Gerichtsbarkeit, waren doch höchstwahrscheinlich große Teile der Allodialgüter der Herren von Brakel in Beller an die von Asseburgs übergegangen, denn ein Spross der von Asseburgs heiratete im 13. Jahrhundert in die Burgherrschaft ein.


1326 erwarb der Bischof von Paderborn die Burg, deren Lehnsherr er 1323 geworden war, von den Asseburgern. Im Jahre 1358 belehnte Bischof Balduin von Paderborn den Bertold von Asseburg mit dem nördlichen Flügel der Ober – und Unterburg und dem ganzen Dorfe Baldern, mit Leuten und Gütern, Gericht und Zehnten innerhalb und außerhalb des Dorfes.
Früher hatten die Herren von dem Wolde diese Güter in Beller zu Lehen getragen. Auch die Mühle an der Nethe zu Beller gehörte zu den Besitzungen der Asseburger. 1441 wurde sie jedoch von ihnen verkauft. Im 15. Jahrhundert sahen sich die Asseburger gezwungen, noch mehrere ihrer Güter und den halben Zehnten in Beller zu verkaufen. Streitigkeiten wegen des Gerichts zu Beller, die zwischen Brakel und den Asseburgern entstanden waren, legte man 1481 friedlich bei.

Östlich von Beller nach Bruchhausen zu erhebt sich eine bewaldete Bergkuppe, Bellerburg genannt, auf der gegen Ende des 12. Jahrhunderts Stift Corvey zum Schutze seiner Besitzungen an der Nethe eine Burg, die Balderborch, errichten ließ. Wann die Burg zerstört wurde, steht nicht fest. Im Jahre 1202 und 1244 kommt sie noch in Urkunden vor. Der Wald der Bellerburg gehört teils Bruchhausen, der sogenannte Bruchhausische Bellerberg und teils der Dorfschaft Beller, die sogenannte Bellerburg. In diesem Waldteil waren auch früher schon die Höre in Beller holzberechtigt, als das Gehölz noch den Asseburgern gehörte, die sich den ganzen Waldberg mit den Herren von Kanne 1569 geteilt hatten. Da wegen der Holzgerechtigkeit der Bewohner von Beller das Waldstück nicht viel einbrachte, so verkaufte der Graf von Bocholtz – Asseburg den 187 ½ Morgen großen Wald am 14. Juni 1827 für 300 Rtl. an die Gemeinde Beller.

Erstmalig erwähnt wurde Beller im Jahre 991.


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